Das Problem
Pegnitz (rund 13.600 Einwohner, Oberfranken) lebt von einer Innenstadt, die für alle erreichbar bleiben muss — für Menschen mit dem Auto, mit dem Bus, mit dem Rad und zu Fuß. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK "Pegnitz 2030") führt "Verkehr und Mobilität" ausdrücklich als eines seiner Handlungsfelder. Heute gibt es den Stadtbus "Pegomobil" / die Regionalbuslinie 380, die Anbindung an den Verkehrsverbund (VGN), ein Anruf-Linien-Taxi (ALT) für die Randzeiten sowie Mitfahrbänke. Am Bahnhof Pegnitz stehen am P+R-Platz nur 30 Stellplätze (davon 3 barrierefrei) zur Verfügung. Die Aufgabe: die Innenstadt verlässlich erreichbar halten, Parksuchverkehr verringern und Rad, Fuß und Bus stärken — ohne dass der Einzelhandel oder Menschen ohne Auto auf der Strecke bleiben.
Warum es zählt
Eine erreichbare Innenstadt hält Geschäfte, Ärzte, Ämter und Treffpunkte für alle Pegnitzerinnen und Pegnitzer offen — für die, die fahren, und für die, die nicht fahren können. Wenn Auto, Bus, Rad und Fußweg zusammen gedacht werden, profitieren der Handel, die Pendler und die Menschen ohne eigenes Auto gleichzeitig. Und weil Bund und Freistaat den Großteil der Kosten tragen können, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, das Thema sauber vorzubereiten.
Lösung
Ein möglicher Weg läuft in drei Schichten, wie ihn auch Nachbarstädte gegangen sind: zuerst Wissen schaffen — ein integriertes Verkehrs- bzw. Mobilitätskonzept für die Innenstadt erstellen lassen, mit Bestandsaufnahme, Bürgerbeteiligung und Szenarien (Vorbild Forchheim). Dann das Parken klug ordnen — ein Parkraumkonzept, das Stellplätze sichtbar lenkt und den Parksuchverkehr senkt, ergänzt um sichere Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und in der Innenstadt. Und schließlich ÖPNV und Rad stärken — Stadtbus und Rufbus verlässlicher takten, Geh- und Radwege lückenlos verbinden. Für jede Schicht gibt es reale Förderprogramme von Bund und Freistaat; welche Schritte Pegnitz in welcher Reihenfolge geht, entscheidet der Stadtrat.
Zahlen & Belege
Stellplätze am P+R-Platz des Bahnhofs Pegnitz — knapp für Pendler; nur 3 davon barrierefrei.
QuelleSonderprogramm 'Stadt und Land': bis 75 %, für finanz-/strukturschwache Kommunen bis 90 % (bauliche Umsetzung bis 31.12.2030). Fahrradabstellanlagen nach BayGVFG mit 75 % (Aufstockung auf bis zu 90 % angekündigt).
QuelleDer Plan
Ein möglicher Weg in drei Schichten, wie ihn auch Nachbarstädte gegangen sind: (1) Wissen schaffen — ein integriertes Verkehrs- bzw. Mobilitätskonzept für die Innenstadt erstellen lassen (Bestandsaufnahme, Bürgerbeteiligung, Szenarien), so wie es Forchheim mit Förderung der Regierung von Oberfranken gemacht hat. (2) Parken klug ordnen — ein Parkraumkonzept, das Stellplätze sichtbar lenkt und Parksuchverkehr senkt, ergänzt um sichere Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und in der Innenstadt. (3) ÖPNV und Rad stärken — Stadtbus-/Rufbus-Angebote verlässlicher takten, Geh- und Radwege lückenlos verbinden. Für jede Schicht gibt es reale Förderprogramme von Bund und Freistaat. Wichtig: Das ist ein Informationsangebot — welche Schritte Pegnitz in welcher Reihenfolge geht, entscheidet der Stadtrat.
Meilensteine
Mobilitäts-/Verkehrskonzept Innenstadt
Integriertes Konzept mit Bestandsaufnahme, Bürgerbeteiligung und Szenarien beauftragen — förderfähig über Städtebauförderung der Regierung von Oberfranken (Vorbild Forchheim).
Parkraumkonzept
Stellplätze in der Innenstadt sichtbar lenken, Parksuchverkehr senken, Erreichbarkeit für Handel und Anwohner sichern.
Sichere Radabstellanlagen am Bahnhof
Bike+Ride-Anlagen an Haltestellen/Bahnhof — nach BayGVFG mit 75 % (Aufstockung auf bis zu 90 % angekündigt) der zuwendungsfähigen Kosten förderfähig.
Rad- und Fußwege schließen
Lücken im Geh- und Radwegenetz schließen; Bundes-Sonderprogramm Stadt und Land sowie Kommunalrichtlinie als Förderquellen.
ÖPNV verlässlicher takten
Stadtbus Pegomobil / Rufbus stärken; bedarfsorientierte Bedienformen über das Bayern-Programm ErNa förderfähig.
Barrierefreier Zugang am Bahnhof
Barrierefreien Zugang über die Gleise am Bahnhof als langfristiges Ziel weiterverfolgen.
Ziele
Innenstadt für alle erreichbar halten
Erreichbarkeit für Auto, Bus, Rad und zu Fuß gemeinsam sichern — ohne dass Handel oder Menschen ohne Auto auf der Strecke bleiben.
Parksuchverkehr verringern
Über ein Parkraumkonzept Stellplätze sichtbar lenken und so den Suchverkehr in der Innenstadt senken.
Sicheres Abstellen am Bahnhof und in der Innenstadt
Bike+Ride-Anlagen schaffen — nach BayGVFG förderfähig — und die P+R-Situation am Bahnhof verbessern.
Rad- und Fußwegenetz schließen
Lücken im Geh- und Radwegenetz schließen; ÖPNV (Pegomobil/Rufbus) verlässlicher takten.
Barrierefreien Zugang am Bahnhof weiterverfolgen
Den barrierefreien Zugang über die Gleise als langfristiges Ziel im Blick behalten.
Förderwege
Erste Schritte
- 1Den Mobilitäts-Teil des ISEK 'Pegnitz 2030' sichten und die offenen Punkte (Parken, Erreichbarkeit der Innenstadt, Zugang am Bahnhof, ÖPNV) zusammenstellen.
- 2Bei der Regierung von Oberfranken anfragen, ob die Erstellung eines integrierten Verkehrs-/Mobilitätskonzepts über Städtebaufördermittel förderfähig ist (Vorbild Forchheim).
- 3Bedarf prüfen: sichere Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und P+R-Erweiterung — als BayGVFG-Antrag denkbar.
- 4Kontakt zum Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) zum Sonderprogramm Stadt und Land aufnehmen, solange die Frist 2030 läuft.
- 5Ergebnisse als Informationsvorlage in den Stadtrat geben — dort fällt die Entscheidung.
SWOT
- Pegnitz ist über den Verkehrsverbund (VGN) und die Bahn überregional angebunden.
- Mit Stadtbus Pegomobil/Linie 380, Anruf-Linien-Taxi und Mitfahrbänken bestehen schon flexible Bausteine.
- Mobilität und Verkehr sind im ISEK 'Pegnitz 2030' bereits als Handlungsfeld verankert — die Grundlage liegt vor.
- Hohe Förderquoten von Bund und Freistaat (bis zu 75–90 %) machen Maßnahmen finanzierbar.
- Bessere Rad- und Busangebote können Parksuchverkehr senken und die Innenstadt beleben — ohne Nachteil für den Handel.
- Konzept-Erstellung selbst ist über die Städtebauförderung förderfähig (Vorbild Forchheim).
- Am Bahnhof gibt es nur 30 P+R-Stellplätze (3 barrierefrei) — knapp für Pendler.
- Ein barrierefreier Zugang über die Gleise am Bahnhof ist noch ein offener Punkt.
- Als kleinere Kommune fehlt oft eigenes Fachpersonal für umfangreiche Verkehrsplanung.
- Förderprogramme haben Fristen (Stadt und Land: vollständige bauliche Umsetzung bis 31.12.2030) und erfordern rechtzeitige Anträge.
- Jede Förderung verlangt einen kommunalen Eigenanteil — der Haushalt muss das tragen.
- Veränderungen an Parken und Verkehr brauchen breite Akzeptanz vor Ort; gute Beteiligung ist entscheidend.
Andere Städte & Programme
Forchheim (Oberfranken)
Hat ein integriertes Verkehrskonzept (im Dezember 2018 beschlossen zu beauftragen, am 29.06.2023 vom Stadtrat beschlossen) mit Bürgerbeteiligung und SWOT-Analyse erstellt; die Erstellung wurde von der Regierung von Oberfranken über Städtebaufördermittel gefördert.
Quelle öffnenRegensburg
Hat ein Parkraumkonzept für die Innenstadt aufgesetzt, um Parken zu ordnen und die Erreichbarkeit der Altstadt zu sichern.
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Wirtschaftlichkeit & Szenarien
Ehrlich eingeordnet: Belastbare Gesamtkosten für Pegnitz lassen sich erst nach einem Konzept beziffern — diese Seite nennt deshalb keine erfundene Zahl. Was real ist: Die Förderquoten sind hoch. Radinfrastruktur ist über das Sonderprogramm Stadt und Land mit bis zu 75 %, für finanz-/strukturschwache Kommunen mit bis zu 90 % förderfähig (Maßnahmen bis 31.12.2030 baulich umzusetzen). Fahrradabstellanlagen am Bahnhof werden nach BayGVFG mit 75 % gefördert (Aufstockung auf bis zu 90 % angekündigt), ÖPNV-Infrastruktur über RZÖPNV mit bis zu 80–90 %. Schon die Erstellung des Verkehrskonzepts ist über die Städtebauförderung der Regierung von Oberfranken förderfähig — Forchheim hat genau das so finanziert. Ein kommunaler Eigenanteil bleibt bei jeder Förderung erforderlich; die genaue Höhe ergibt sich aus dem jeweiligen Programm und dem Haushalt.
Quellen
- ISEK Pegnitz 2030 — Stadtentwicklung (Handlungsfeld Verkehr und Mobilität)
- Stadt Pegnitz — Mobilität (Pegomobil/Linie 380, VGN, ALT, Mitfahrbänke, Fahrradbus)
- Bahnhof Pegnitz — Parken (P+R: 30 Stellplätze, 3 barrierefrei)
- Bayern — Förderung Radverkehr (BayGVFG, Förderquoten)
- Sonderprogramm Stadt und Land (Bayern-Seite, 75 %/90 %, bis 31.12.2030)
- Sonderprogramm Stadt und Land (Bund/BALM)
- RZÖPNV — ÖPNV-Zuwendungsrichtlinien Bayern (Förderdatenbank)
- Bayern — ÖPNV-Förderung (ErNa bis zu 75 % Betriebskostendefizit)
- Kommunalrichtlinie / NKI — fließender Radverkehr (50 %/65 %)
- Forchheim — Verkehrsentwicklung (Verkehrskonzept, Beschluss 29.06.2023, Städtebauförderung)
- Regensburg — Parkraumkonzept Innenstadt